Aktueller Status

NICHT EINGESCHRIEBEN

Preis

Kostenlos

Jetzt loslegen

Achtsamkeit in der Bildung

Aufzeichnung des Akademietreffens

Eine neue Kultur des Lernens: Wie Achtsamkeit und Nachhaltigkeit das Bildungssystem transformieren

Achtsamkeit wird oft als bloße Methode zur individuellen Stressbewältigung missverstanden, doch ihr wahres Potenzial liegt in der systemischen Transformation. In einer Zeit, in der Bildungseinrichtungen unter massivem Druck stehen, eröffnet die bewusste Schulung der Aufmerksamkeit neue Wege für gesellschaftliche Verantwortung und ökologisches Handeln. Darüber sprach Gastgeber und Akademieleiter Uli Funke mit Susanne Krämer, Projektleiterin des Projekts »Achtsamkeit in der Bildung und Hoch-/Schulkultur (ABiK)« der Universität Leipzig.

Susanne vereint eine beeindruckende wissenschaftliche und praktische Expertise in diesem Diskurs. Sie ist Dipl.-Schauspielerin, erfahrene MBSR- sowie Tai-Chi-Lehrerin und Autorin des Standardwerks »Wache Schule. Mit Achtsamkeit zu Ruhe und Präsenz«. Seit 2021 leitet sie das ABiK-Projekt, das als strategische Kooperation mit der AOK Plus und dem Landesamt für Schule und Bildung realisiert wird.

Wer die wissenschaftlichen Hintergründe vertiefen möchte, findet auf der Webseite zur Konferenz unter https://www.zls.uni-leipzig.de/konferenz-abik umfassende Informationen. Das Gespräch macht deutlich, dass wir an einem kritischen Wendepunkt stehen, da die aktuelle Datenlage der Bildungslandschaft ein systemisches Erschöpfungssyndrom offenbart.

Audiozusammenfassung

von NotebookLM | KI-generierter Inhalt

Inhalt nur für eingeloggte Mitglieder sichtbar.

Hier die Aufzeichnung anschauen:

Kurs Inhalt

26-03 Achtsamkeit in der Bidlung

DIE »KRANKE« BILDUNGSLANDSCHAFT: DATEN UND FAKTEN

Betrachtest Du die aktuellen Statistiken zur mentalen Gesundheit im Bildungssektor, wird das Ausmaß des systemischen Versagens greifbar. Die Zahlen, die Susanne präsentiert, lassen keinen Spielraum für Interpretationen: 21 Prozent der Schüler zeigen psychische Auffälligkeiten. Bei den Lehrkräften leiden 34 Prozent unter mehrmaliger Erschöpfung pro Woche. Im akademischen Bereich verschärft sich die Lage weiter, denn 44 Prozent der Studierenden sind durch Stress erschöpft, während 50 Prozent der wissenschaftlichen Kräfte angeben, sich emotional ausgebrannt zu fühlen.

Diese Werte sind Symptome einer Gesellschaft der Beschleunigung, die den Menschen aus dem Blick verloren hat. Susanne betont die Notwendigkeit eines Kurswechsels:

»Müsste es nicht dazugehören, dass sich Studierende Fragen nach ethischer Ausrichtung stellen, dass sie Werkzeuge in die Hand bekommen, in dieser Gesellschaft resilient zu sein und wirklich Prioritäten zu setzen?«

Diese Erschöpfung ist weit mehr als ein individuelles Problem, sie gefährdet direkt den gesellschaftlichen Auftrag der Hochschulen. Das sächsische Hochschulgesetz verpflichtet Universitäten explizit dazu, zur Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen sowie zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Wenn jedoch die Akteure im System aufgrund einer Kultur der Überforderung nicht mehr regenerationsfähig sind, kann dieser gesetzliche Auftrag, die sogenannte Third Mission, nicht erfüllt werden.

Eine resiliente Bildungsarchitektur muss daher über die reine Selbstfürsorge hinausgehen und die strukturellen Rahmenbedingungen für ethische Reflexion und ökologische Verantwortung schaffen. Nur so lässt sich die langfristige Qualität von Forschung und Lehre sichern. Ein wesentlicher Hebel für diesen Wandel ist das innovative MBSL-Konzept.

MBSL: ACHTSAMKEIT ALS MOTOR FÜR NACHHALTIGKEIT

Das Konzept »Mindfulness Based Sustainable Living« (MBSL) stellt eine evidenzbasierte Weiterentwicklung dar, die Achtsamkeit direkt mit globaler Verantwortung verknüpft. Es geht nicht um Wellness für das Ego, sondern um eine strategische Kopplung von innerer Emotionsregulation und äußerem, pro-ökologischem Handeln. Im MBSL-Programm lernst Du, Deine Aufmerksamkeit so zu schulen, dass Du die Verbundenheit mit der Mitwelt und der Natur tiefer erfährst. Susanne erläutert den transformativen Kern dieses Ansatzes:

»Achtsamkeit ist eine Kompetenz, mit der wir mehr auf die Welt schauen können und mit der wir unsere Wahrnehmung schärfen, auch für systemische Strukturen, und dann entscheiden können.«

Die Erweiterung um diese systemische Perspektive ist der entscheidende Faktor, um aus der individuellen Ohnmacht auszubrechen. Wenn Du lernst, schwierige Emotionen wie Klimaangst oder Wut achtsam zu regulieren, gewinnst Du Deine Handlungsfähigkeit zurück. Anstatt in Schockstarre oder Vermeidungsverhalten zu verharren, ermöglicht MBSL das bewusste Initiieren von Veränderungsmomenten im eigenen Verhalten.

Das Programm fördert die Selbstwirksamkeit und macht den Beitrag des Einzelnen zum großen Ganzen sichtbar. Achtsamkeit wird hier zu einer Kernkompetenz für eine nachhaltige Lebensweise, die tief in der praktischen Umsetzung an Institutionen verankert werden muss.

EVIDENZ STATT RÄUCHERSTÄBCHEN: WAS DIE FORSCHUNG SAGT

Ein zentraler Pfeiler von Susannes Arbeit ist die rigorose wissenschaftliche Absicherung der Programme. In drei großangelegten Studien wurde die Wirksamkeit von MBSL mittels eines Prä-Post-Kontrollgruppendesigns untersucht. Die Ergebnisse räumen endgültig mit esoterischen Klischees auf und belegen signifikante Fortschritte bei den Teilnehmenden.

Besonders beeindruckend ist die Steigerung der Naturverbundenheit und des pro-ökologischen Verhaltens bei den Teilnehmenden. Um subjektive Verzerrungen auszuschließen, wurde eine Fremdbefragung durchgeführt: Nahestehende Personen bestätigten die positiven Verhaltensänderungen der Probanden objektiv. Susanne betont die wissenschaftliche Anerkennung:

»Mittlerweile ist selbst den hartgesottensten Biologen klar, dass das wirklich mit Neurowissenschaft zu tun hat. Da gibt es Studien, wir sind nicht mehr auf dem Stand von vor zwanzig Jahren.«

Auch bei Lehrkräften zeigten die Daten signifikante Verbesserungen in der Emotionsregulation, der Lebenszufriedenheit und der interpersonellen Achtsamkeit. Letztere ist eine essenzielle Ressource für die Qualität der Kommunikation, etwa in belastenden Elterngesprächen. Die psychometrischen Parameter belegen, dass Achtsamkeit eine messbare Ressource für die Bildungsqualität darstellt.

Dass umweltbewusstes Handeln durch innere Arbeit zunimmt, ist ein starkes Argument für Skeptiker in harten Fachdisziplinen oder Managementkontexten. Es beweist, dass die Schulung der Wahrnehmung der Schlüssel ist, um Wissen in wirksames Handeln zu übersetzen. Diese Evidenz bildet das Fundament für eine zukunftsfähige Bildungsarchitektur.

Entfalte deine Wirkung durch Neurowissenschaft!

Wirksamer in Training und Coaching: Werde

Potenzialentfaltung (neuro-)wissenschaftlich fundiert

Fragen & Antworten:

<
=
Wie fördert Achtsamkeit nachhaltiges Handeln?

Achtsamkeit stärkt die Emotionsregulation und die Verbundenheit mit der Natur, was nachweislich zu einem pro-ökologischeren Verhalten im Alltag führt. Durch die Schulung der Wahrnehmung erkennst Du die systemischen Auswirkungen Deines Handelns klarer und kannst bewusstere Entscheidungen treffen, die im Einklang mit ökologischen Werten und globaler Verantwortung stehen.

<
=
Was ist das Besondere am MBSL-Programm?

MBSL (Mindfulness Based Sustainable Living) erweitert die klassische Achtsamkeitspraxis um eine systemische Perspektive und thematisiert gezielt Krisen wie den Klimawandel. Das Programm hilft Dir, schwierige Emotionen wie Klimaangst zu regulieren und aus dem Vermeidungsverhalten in ein wirksames, prosoziales und umweltschützendes Handeln zu kommen.

<
=
Warum ist Stress im Bildungswesen ein systemisches Problem?

Die alarmierenden Erschöpfungsraten von bis zu 50 Prozent bei Wissenschaftlern resultieren aus gesellschaftlicher Beschleunigung und mangelnden Resilienzfaktoren in der akademischen Ausbildung. Es handelt sich um ein strukturelles Defizit, das nur durch eine Veränderung der Bildungskultur und die Integration von Persönlichkeitsentwicklung behoben werden kann.

<
=
Was bewirkt der Whole Institution Approach in Schulen?

Dieser Ansatz integriert alle Akteure, von der Schulleitung bis zur Elternvertretung, in den Prozess der Kulturveränderung durch Formate wie Zukunftswerkstätten. Dadurch werden nicht nur individuelle Kompetenzen gestärkt, sondern auch verbindliche strukturelle Veränderungen beschlossen, die eine achtsame und nachhaltige Organisationskultur langfristig im System verankern.

<
=
Gibt es wissenschaftliche Beweise für die Wirkung von ABiK?

Ja, das Projekt wurde durch mehrere Studien im Prä-Post-Kontrollgruppendesign evaluiert, die signifikante Steigerungen bei der Lebenszufriedenheit und Naturverbundenheit belegen. Die positive Veränderung des pro-ökologischen Verhaltens wurde zudem durch Fremdberichte von nahestehenden Personen wissenschaftlich objektiviert und bestätigt, was die Robustheit der Ergebnisse unterstreicht.

Takeaways dieses Akademietreffens

  • Achtsamkeit ist eine überlebenswichtige Kernkompetenz für die Resilienz in einer beschleunigten Gesellschaft und weit mehr als ein Wellness-Thema.
  • Das MBSL-Programm beweist wissenschaftlich, dass die Stärkung der inneren Achtsamkeit direkt zu mehr ökologischem Engagement und Naturverbundenheit führt.
  • Die hohe Erschöpfung im Bildungssystem gefährdet den gesetzlichen Auftrag der Hochschulen zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben und verlangt nach strukturellen Antworten.
  • Echte Transformation in Organisationen gelingt nur durch den Whole Institution Approach, der alle Hierarchieebenen gleichzeitig anspricht und einbezieht.
  • Wissenschaftliche Evidenz durch Kontrollgruppenstudien und Fremdbefragungen macht Achtsamkeitsprogramme auch für Skeptiker in harten Fachdisziplinen anschlussfähig.
  • Die achtsame Regulation schwieriger Emotionen wie Klimaangst ist der entscheidende Schlüssel, um vom passiven Vermeidungsverhalten in ein aktives Gestalten zu kommen.

 

Länge 87 Minuten | Aufzeichnung vom Akademietreffen am 24.02.2026

Diese Akademietreffen könnten auch für dich interessant sein: